Kommunionvorbereitung im Pastoralverbund Bielefeld - Mitte
"Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen"
(1 Petr 2,5)
Mitte August beginnt für fast 50 Kinder unseres Pastoralverbundes Bielefeld Mitte die Vorbereitung auf den Empfang des eucharistischen Sakramentes. Die Mädchen und Jungen treffen sich montags und donnerstags von 15:30 Uhr bis 17:00 Uhr im Jugendraum des Klostergebäudes.
Unsere St. Jodokuskirche wird im nächsten Jahr 500 Jahre alt. Aus diesem Anlass steht eine umfassende Kirchenrenovierung an. Viele Generationen von Menschen sind in unserer Kirche getauft, zur Erstkommunion geführt, gefirmt, getraut und auch am Ende ihres Lebens betrauert worden. Unsere diesjährigen Kommunionkinder stehen in einer 500 Jahre langen Tradition der Beter, die in St. Jodokus eine geistliche Heimat, einen Ort der Gottverbundenheit gesucht und gefunden haben.
Aus dieser besonderen Situation heraus steht die Erstkommunion 2011 unter dem Themenbogen:
"Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen"
Die Kirche Gottes besteht nicht nur aus leblosen Steinen, mögen sie auch noch so gut behauen sein, das Haus Gottes ist ein Haus aus menschlichen, lebendigen Steinen. Und das Wichtigste an dieser Aussage ist: Im Haus Gottes ist jeder Stein wichtig!
Jeder noch so kleine Stein hat seine eigene Bedeutung, und doch sind alle Steine aufeinander verwiesen: zum einen ist jeder Stütze für seine Nachbarn, zum anderen wird er gleichsam von anderen Steinen getragen und gestützt.
Dieses Aufeinander - Verwiesen - Sein ist ein Bild für unser Christsein. Keiner von uns ist Christ geworden, ohne das Glaubenszeugnis eines anderen. Was wären wir Christen ohne Menschen, die uns in Zeiten der Dunkelheiten, Unwissenheit und Verzagtheit nicht getragen hätten.
Unsere neuen Kommunionkinder stehen am Anfang ihrer Gefährtenschaft mit Christus. Für die ersten Wochen unseres Weges wünsche ich mir, dass die jungen Menschen erfahren dürfen, dass sie als kleinster Baustein Platz haben in unserer Kirche, dass sie mit ihren Fähigkeiten und Talenten einmalig sind und das sie so das Haus Gottes schmücken, tragen und lebendiger gestalten können.
Und noch ein Zweites ist mir wichtig.
Seit unserer Taufe sind wir Tempel Gottes (nach 1 Kor 3,16). In uns wohnt Gottes Geist. Ein jeder von uns ist so kostbar, dass Gottes Funke in uns leben und bei uns wohnen möchte. Diesen Gott gilt es mit den Kindern zu suchen und erfahrbar zu machen. In biblischen Geschichten, in Liedern, im gemeinsamen Gestalten werden die Kinder von diesem Gott hören.
Allein gehen die Kinder diesen Weg nicht. Sie brauchen ihre Familien, die sie begleiten und unterstützen, damit das Gehörte aus der Erstkommunionvorbereitung nachklingen und Vertiefung finden kann. Sie brauchen aber auch die sonntägliche Glaubensgemeinschaft. In ihr werden die jungen Menschen getragen und gestützt.
Ich wünsche mir, dass unsere Kommunionkinder in unserer Kirche Halt und Orientierung erfahren, dass sie sich geschützt fühlen und dass sie ein wenig Geborgenheit und Gemeinschaft finden.
Eine Kirche aus lebendigen Steinen kann niemals fertig werden, denn wo etwas lebendig ist, gibt’s auch Veränderungen. Aber die Aussage Gottes bleibt: „Ihr seid der Tempel Gottes“ und so wird Jesus Christus seine lebendige, aber menschliche Kirche einmal vollenden.






